Montag, 23.10.2006
Umzug
Aus verschiedenen Gründen ziehe ich bei blogg.de aus. In Zukunft findet man mein Weblog hier:
Ich hoffe, dort alle wieder zu sehen.
Bis dahin,
Heinz Gelking
Mittwoch, 18.10.2006
Das ärgert mich!
http://www.echo-deutscher-musikpreis.de/news/news120.htm
Wieso schmückt sich die Verleihung des ECHO Klassik 2006-Preises mit Sting nicht nur als Laudator (was okay wäre), sondern auch als Interpret? Glaubt irgendjemand, dass umgekehrt bei einer Pop-Preisverleihung Alfred Brendel eingeladen werden würde?
Abgesehen davon, dass mir persönlich kein einziges Produkt aus dem Crossover-Bereich jemals gefallen hat und dass ich Stings jüngste Versuche, Dowland zu singen, für absolut misslungen halte, finde ich, dass die ECHO-Verleihung genutzt werden sollte, an prominenter Stelle zu zeigen, dass die Klassik lebt. Nicht eine Minute sollte da verschwendet werden, um einem Pop-Millionär Gelegenheit zu geben, PR für seine schlechte neue CD zu machen.
Vielleicht sollte ich mal anfangen, Negativ-Preise zu verteilen...! Ich nenne den Preis einfach mal "Klassik-Motzcar". Und meinen Klassik-Motzcar des Jahres 2006 bekommen zu gleichen Teilen Sting und die Veranstalter und Organisatoren der Preisverleihung.
Das Universal-Management muss man dagegen einfach bewundern, wie es ihm immer wieder gelingt, um ihre Künstler ziemlich viel PR-Wirbel zu machen, ohne dass - im Falle Sting - ein das rechtfertigender Inhalt vorhanden wäre.
Übrigens finde ich die Musik von Police, wo Sting Bassist war, super. Aber das ist eben eine andere Baustelle und spielt hier nur am Rande eine Rolle.
In die Falle getappt.
Peinlicher Weise haben sich sowohl in den Artikel über Brahms' Doppelkonzert, als auch in denjenigen über seine Volkslieder jede Menge Fehler eingeschlichen. Sie sind nicht inhaltlicher, sondern sprachlicher und stilistischer Art. Trotzdem ärgern sie mich natürlich. Ich komme aber bis zum Wochenende nicht dazu, die Texte zu korrigieren.
Es stimmt einfach: Die schnellen Publikationsmöglichkeiten im Internet verführen (auch mich) dazu, Texte reflexartig dann zu veröffentlichen, wenn sich das Gefühl einstellt, sie seien fertig. Das sind sie dann aber leider nicht immer...
Sonntag, 15.10.2006
Noch ein neuer Text im Magazin: Brahms' Doppelkonzert

Viel Spaß beim Lesen!
Heinz Gelking
Samstag, 14.10.2006
Nach dem Fischzug kommt der Waschtag

Im Buch-Antiquariat gestöbert, Schätze gesichtet, nach dem Grad des Interesses sortiert, dann verhandelt und für 0,50 bis 2,00 Euro pro Stück mitgenommen. Jetzt ist Plattenwaschen angesagt - mit X2000 und L'art du son (je nach Verschmutzungsgrad) auf der Loricraft, die Martina Schöner demnächst abholen wird. Aber bis dahin werde ich die Zeit noch nutzen!
Donnerstag, 12.10.2006
Neuer Text im Magazin

Viel Spaß beim Lesen!
Link zum Text im ersten Kommentar sowie links in der Randleiste oder einfach www.platte11.de eingeben. Ich kann halt immer noch nicht direkt im Text verlinken, aber ich lerne das bis zur Rente, versprochen!
Heinz Gelking
Dienstag, 10.10.2006
http://www.cozio.com/Instrument.aspx?id=265
Petite-Rosselle / Korrekturen
Montag, 09.10.2006
Umbaumaßnahmen
Neben dem Kistenschleppen ist das dauernde Anlage-Umbauen das Unangenehmste am Job als Hifi-Redakteur (nein, kein Mitleid erforderlich - das Angenehme haben alle am vorhergehenden Eintrag gesehen, als ich "mitten am Tag" einfach so, ohne Urlaub zu haben, Rennrad fahren konnte).
Jedenfalls liegt das Problem darin, dass ich so gut wie nie "meine" Anlage hören kann, weil dauernd fremde Geräte darin sind. Natürlich ist es wunderbar, für ein paar Wochen einen Brinkmann Balance zur Verfügung zu haben, aber heute habe ich mich entschlossen, ihn einzupacken:

Es hat wirklich Spaß gemacht, ihn ein paar Monate zu hören, doch irgendwie war es an der Zeit, dass mein Transrotor Orfeo doppio mal wieder zu seinem Recht kommt. Allerdings konnte ich es dann doch nicht lassen, und die Neugier zwang mich, probehalber die (sündhaft teure) HRS-Basis, auf die Helmut Brinkmann so schwört, unter dem Transrotor Orfeo doppio auszuprobieren:

Leider erwies sich die Basis als geringfügig zu klein für mein eigenes Laufwerk. Ich musste auf einen der drei Motoren verzichten, weil die Stellfläche nicht reichte. Weil viele Anwender berichten, dass nach dem Einbau eines TMD-Lagers (das ist das Lager mit der Magnetkupplung - ich nutze einen der Prototypen) die Anzahl der Motoren ohnehin nicht mehr sooo relavant sei, habe ich einfach auf einen Motor verzichtet und probehalber den Betrieb mit nur zwei Motoren aufgenommen. Mein Transrotor spielt also jetzt mit zwei statt drei Motoren auf einer HRS-Basis statt der gewöhnlichen "Schichtung" verschiedener Werkstoffe (Buche, SSC-Pucks, Siebdruckplatte, Acrylglas).

Allerdings habe ich nach wie vor das Gefühl, dass der Orfeo doppio nie wieder so stabil gespielt hat, wie auf einer Lösung, die ich früher nutzte: Mit Hilfe meines Vaters hatte ich über Gewindestangen eine Konsole an einer Wand angebracht (im Nebenzimmer guckten die Gewindestangen aus der Wand und waren mit Muttern gekontert), die Wandkonsole trug ein Sandbett, im Sandbett lag eine alte Waschtischplatte aus Marmor, darauf lag eine Bucheplatte und auf dieser wiederum die Acrylplatte, auf der sich der Orfeo doppio befand. Unter seinen Füßen waren Tuning-Basen von Harmonix (diejenigen, die man auch auf dem Foto oben sieht). Eine so geniale Aufstellung habe ich leider nie wieder hingekriegt...
Wie auch immer. Für den stärksten Klangunterschied zwischen dem Brinkmann Balance und dem Orfeo sorgt aber nicht das Laufwerk, sondern der Tonabnehmer. Das van den Hul MC-10 hat einen vollkommen anderen Charakter als das Brinkmann-EMT:

Es hat nicht so viel Rumms, klingt aber feiner (der Anschein, dass der VTA auf dem Foto oben nicht stimmt, beruht auf irgend einem Knick in der Foto-Optik...). Schließlich habe ich locker 30 Minuten mit der VTA-Justage verbracht, wobei mir einmal mehr die folgende Klavier-LP geholfen hat:

Insbesondere die Aufnahme der f-moll-Sonate (op. 2 Nr. 1) ist mir sehr vertraut - ich benutze sie seit vielen Jahren für Justage-Arbeiten. Wenn sowohl der Klavierbass, als auch der Klavierdiskant "schön", tragfähig und präzise klingen, dann stimmt die VTA-Einstellung.
Ganz klar: Rennrad-Wetter!
Sieht ganz so aus, dass wir wenigstens für ein paar Tage einen goldenen Oktober kriegen. Weil es abends früh dunkel wird, kann man sich ja am Spätnachmittag an den Schreibtisch setzen und bis nachts arbeiten. Der Tag gehört dem Rennrad.

Zuerst bin ich über die Höhe von Spicheren (wo 1870 eine der blutigsten Schlachten zwischen Deutschen und Franzosen stattgefunden hat) gefahren und dann über Spicheren und Alsting nach Großbliederstroff (alles in Lothringen). Dort habe ich das Straßennetz verlassen und bin runter zum Radweg an der Saar, den ich in nördliche Richtung genommen habe (also Richtung Saarbrücken).

Das Ungewöhnliche an diesem Radweg: Zwischen Saarbrücken und Völklingen verläuft er unmittelbar zwischen Autobahn und Saar (wegen einer Baustelle bin einen Umweg gefahren und konnte darum das Foto von einer Autobahnbrücke runter machen). Aber auf dem nächsten Foto, das in der Nähe von Völklingen entstand, wird der Radweg links vor dem orangen LKW sichtbar (im Schatten am Rand der Autobahn). Eine solche Landschaft, in der Städte, Firmengelände, Industriebrachen, Verkehrsflächen und Natur so unvermittelt ineinander übergehen wie hier an der Saar, kenne ich sonst nur aus dem Ruhrgebiet.

In der Ferne sieht man schon bald die Völklinger Hütte (Korrektur: Nein, sieht man nicht - erst das nächste Foto zeigt die Völklinger Hütte!) Sie hat von der Unesco den Status eines Weltkulturerbes bekommen. In Völklingen finden regelmäßig Ausstellungen statt, die allerdings nichts mit dem Ort zu tun haben, und nach meinem Eindruck ausschließlich mit Blick auf die Besucherzahlen ausgewählt werden. Was zählt, ist das Spektakuläre... Wer sich für die Stahlproduktion interessiert, macht besser eine Führung in der Henrichshütte Hattingen mit (aber ich bin da wohl auch nicht ganz neutral...). Ich habe in der Völklinger Hütte übrigens am Wochenende unmittelbar nach dem Anschlag vom 11.9. das Verdi-Requiem gehört. Eine ausgesprochen seltsame Situation.
Die Akustik der Gebläsehalle in Völklingen ist natürlich grauenhaft, und ich verstehe überhaupt nicht, warum es Dirigenten und Orchester immer wieder an solche Orte zieht. Die sind fürs Musikmachen einfach nicht gebaut und klingen viel zu hallig. Ich halte Konzerte in ehemaligen Industrieräumen für eine Modeerscheinung, wobei ärgerlicher Weise das "Ambiente" vom Eigentlichen, nämlich der Musik, ablenkt.

Warum ich die Völklinger Hütte dennoch mit dem Rennrad ansteuere? Weil die Gastronomie ("B40") vom Baguette über die Suppe bis zur Bratwurst oder Bratkartoffeln einfache, preiswerte und schnelle Gerichte auf der Karte hat.
Danach ging's zurück zum Ausgangspunkt, mit einem weiteren kleinen "Schlenker" über Großrosseln und Petite-Rosselle (wo es mit dem Carreau Wendel ein weiteres industriekulturelles Highlight in der Region gibt, das ich dieses Mal aber nicht besucht habe).
Montag, 02.10.2006
Sting singt Dowland

Vermutlich hat noch nie jemand mit einer schlechteren Stimme die Musik von Dowland aufgenommen. Vergessen wir nicht: Dowlands Musik ist Kunstmusik, höfische Musik, repräsentative Musik - keine Volksmusik und keine Pop-Musik. Da hilft es auch nicht, darauf abzustellen, dass der vielgereiste John Dowland ein Leben führte, das demjenigen von heutigen Popstars ähnelt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Dowlands Musik bei Hofe von einer so kartoffeligen Stimme gesungen wurde wie Stings. Es gab längst professionelle Musiker an den Höfen (wofür gerade Dowland als Lautenist das beste Beispiel ist), und es wird auch ausgebildete Sänger gegeben haben. Sting hat null Technik, er wird der Musik überhaupt nicht gerecht. Aber er bemüht sich. Normalerweise reicht das nicht aus, um bei der Deutschen Grammophon eine Platte aufzunehmen.
Sonntag, 01.10.2006
Rennrad-Tipps für Einsteiger
Eine sehr empfehlenswerte Seite für alle, die mit dem Rennradfahren beginnen, wieder anfangen oder weiter machen wollen: Zwinkis FAQ für ambitionierte Radfahrer (Link im ersten Kommentar).
Freitag, 29.09.2006
Genre-übergreifende Vorurteile zwischen Pro-Audio und High-End?
Aus der Einleitung zu einem Mikrofon-Verstärker-Test in einem Magazin für Studiotechnik:
"Es ist für viele von uns zu einem sorgsam gepflegten Vorurteil geworden, dass High-End-Hersteller ihre Geräte bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich für designverliebte Spinner mit zu viel Geld produzieren - und dass ihre Hochglanz-Produkte deshalb im professionellen Audiobereich nichts zu suchen haben. Wer etwas genauer hinsieht, hat als Audioprofi am "anderen Ufer" allerdings schon immer echte Entdeckungen machen können - oftmals mit fortschrittlicherer Technologie und zudem ob der höheren Stückzahlen auch mit einem besseren Preis/Leistungsverhältnis ausgestattet als Vergleichbares im Pro-Audio-Bereich."
Dienstag, 26.09.2006
Salle Pleyel

Ich hatte das große Vergnügen, am Freitag Paul Mccreesh und das Gabrieli Consort & Players sowie Sandrine Piau, Mark Padmore und Neal Davies im wiedereröffneten Salle Pleyel mit Haydns "Schöpfung" zu hören. Musikalisch ein durch und durch schönes Erlebnis.

Dringend abraten muss ich aber vor den Plätzen in der zweiten Reihe auf dem zweiten Balkon. Die Beinfreiheit ist auch nach der Renovierung auf diesen verhältnismäßig günstigen, aber keineswegs spottbilligen Plätzen so gering, dass ich mit einer normalen Größe von rund 1,75 m zwischen Unter- und Oberschenkel keinen Winkel hinbekomme, der annähernd 90 Grad betrüge. Die Knie befinden sich etwa auf Höhe der Zehenspitze, was eine komplette "Schöpfung" lang total unbequem ist. Ich habe noch in keinem Konzert schlechter gesessen als in diesem gerade renovierten Saal!
(PR-Fotos vom Salle Pleyel)
Montag, 25.09.2006
Ikonengold
Schade. Ich hätte da gerne mal wieder neue Artikel gelesen.
Philips oder Mercury

Die Leserfrage lautet nun, welche Investition sich lohnt: Der Erwerb der "Originale", der Kauf von "Nachpressungen" oder das Flohmarkt-Schnäppchen von Philips?
Als Plattensammler bin ich ein Pragmatiker: Wenn die Aufnahmen als Philips-Doppel-LP gerade irgendwo in einer Plattenbörsen-Kiste stünden, würde ich sie mitnehmen. Sie dürften nicht teurer sein als 15 Euro. Sonst würde ich mich bei Speakers Corner bedienen. Meine Erfahrungen mit der Ersteigerung von "Originalen" in Amerika sind eher nicht so toll. Die Zustandsbeschreibungen sind doch manchmal recht euphemistisch. Kürzlich kam eine LP des Borodin Quartets ohne Innenhülle bei mir an. Da wird der vermeintliche Glücksgriff schnell zum Fall für die Mülltonne.
Mittwoch, 20.09.2006
Mir ist nicht klar, warum...

Nicht dass die CD irgendwie schlecht wäre, aber wenn man Dudamel als Dirigenten aufbauen wollte, dann würde man ihn doch eher mit einem prominenten Top-Orchester aufnehmen lassen. Ich glaube kaum, dass das venezuelanische Jugendorchester sich auf eine Plattenkarriere bei der DG freuen darf...
Dienstag, 19.09.2006
Apogee
Montag, 18.09.2006
Anne Sofie von Otter

Warum?
Will sie demnächst in Hotellobbys singen?
Dass sie eine der schönsten Stimmen der Gegenwart hat, zeigte sie zuletzt hierauf:

Eine wunderbare CD, in der die ganze Sinnlichkeit der barocken Welt, ihrer Texte und ihrer Lieder, eingefangen wurde.
Und jetzt Abba. Abba wäre wirklich nicht nötig gewesen. Nicht einmal sie kann mich davon überzeugen, dass Abba hörenswert ist. Nach zwanzig Minuten flog das Rezensionsexemplar in hohem Bogen aus dem CD-Player.
Und "Music for a while" kam rein.
Donnerstag, 14.09.2006
Im Endspurt und ein klingendes Lexikon
Manche Leute glauben ja, man müsste erst eine Geheimwissenschaft und das dazugehörige Vokabular erlernen, um Freude an klassischer Musik haben zu können. Ich glaube das nicht. An dem Satz "Man hört nur, was man weiß" könnte aber etwas dran sein.
Das beste Lexikon zum Lesen bleibt für mich übrigens immer noch dieses:
